Die Geschichte der Kleinen Leiden begann vor 15 Jahren. Sebastian Bieler war zu diesem Zeitpunkt Student an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden. Während seines Grundstudiums wurde er besonders von der Siebdrucktechnik inspiriert, welche er bis heute intensiv einsetzt. Für seine erste Druckserie begab sich Sebastian Bieler im Jahr 2002 auf die Suche nach neuen Motiven und durchstöberte den Dachboden im Elternhaus. Dort fand er mehr als 200 seiner Kinderzeichnungen. Beim Ordnen der vielen Bilder stachen ihm vor allem fünf Bleistiftzeichnungen ins Auge (Bild 1), auf denen Menschen abgebildet waren. Diese nahm Sebastian Bieler als Grundlage für seine erste Siebdruckserie im Jahr 2003 mit 39 Unikatdrucken, welche im Jahr 2003 im Landratsamt Riesa-Großenhain ausgestellt wurden. Der Titel der Ausstellung lautete „Die Kleinen Leiden“.

Im Anschluss an die Ausstellung arbeitete Sebastian Bieler weiter an den kindlichen Figuren und nannte sie seitdem „Die Kleinen Leiden“. Der seit mehreren Jahren geübte Graffitisprayer, der sich bis dahin hauptsächlich auf Schriftzüge und realistische Charaktere konzentriert hatte, nahm die Figuren nun regelmäßig in sein Repertoire auf. Es entstanden so erste Graffiti mit den Kleinen Leiden in einer ganz einfachen und ursprünglichen Form (Bild 2, 3 und 4). Aufgrund der angestrebten beruflichen Selbstständigkeit des Künstlers und des Abschlusses an der Hochschule ruhte die Arbeit an den Kleinen Leiden ab 2005 für etwa drei Jahre. 2008 absolvierte Hartmut Friedrich ein Praktikum im Atelier Sebastian Bieler. Durch diese Zusammenarbeit wurden die Kleinen Leiden zum Leben erweckt. Im Bereich Graffiti entstanden in dieser Zeit viele gemeinsame Bilder, darunter auch Schriftzüge (Bild 5) und Leinwände (Bild 6). Durch die Vielzahl an Arbeiten entwickelten sich die einfachen Strichfiguren nach und nach hin zu einer plastischen Form (Bild 7).

Dennoch griff der Künstler gern auf die ursprüngliche Form zurück und kreierte daraus die sogenannten Massenleiden. Diese wurden erstmals 2012 auf das eigene Auto lackiert, welches das erste Fahrzeug der „Graffiti Art Cars“ - Reihe von Sebastian Bieler war. Es folgten noch fünf weitere Autos, die mit Graffiti gestaltet wurden, sowie ein Motorrad (Honda Fireblade), welches die Kleinen Leiden als Muster trägt (Bild 8). Die Massenleiden bestimmten zunehmend mehr die Arbeit des Künstlers Sebastian Bieler (Bild 9). Dadurch entstand im Jahr 2012 erstmals eine limitierte T-Shirt Kollektion mit den Massenleiden als Aufdruck. Der bisher größte Erfolg der Kleinen Leiden ergab sich beim MAN Tattoo Truck Wettbewerb im Jahr 2014 (Bild 10), bei dem die Aufgabe darin bestand, einen Truck zu einem Song aus Peter Maffay´s Album „Wenn das so ist“ zu gestalten. Dabei belegte Sebastian Bieler mit den Kleinen Leiden den ersten Platz.

Im gleichen Jahr wurden die Massenleiden erstmals im Siebdruckverfahren auf Stoffe gedruckt und in Zusammenarbeit mit Nora Bräuer und Maria Bieler zu Handtaschen, Geldbörsen etc. verarbeitet. Da sich diese Produkte sowie die Kleinen Leiden großer Beliebtheit erfreuten, entwickelte Sebastian Bieler die Massenleiden immer weiter und nutzte sie sowohl in freien Arbeiten (Bild 11) als auch bei Aufträgen (Bild 12). Im Jahr 2015 ließ er sich die Marke „Die Kleinen Leiden“ schützen. Seitdem finden sich immer wieder neue Möglichkeiten, die Kleinen Leiden darzustellen (Bild 13, 14 und 15).

Nach nunmehr 15 Jahren sind die Kleinen Leiden alt genug, um sie in ihrer Vielfältigkeit in einem Onlineshop anzubieten und mit ihrer Botschaft die Welt zu erobern.